Thrombose – Hilfe mein Bein ist angeschwollen!?

Thrombose

Gerade nach einer langen Reise aus dem Urlaub zurück, das Bein tut weh und ist dick angeschwollen. So geht es besonders im Sommer einigen. Was nun? Ab zum Arzt und das kontrollieren lassen. Es kann sich nämlich um eine Thrombose handeln.

Bei einer Thrombose hat sich ein Blutgerinnsel in den Venen gebildet. Das Blutgerinnsel setzt sich an der Venenwand fest und nimmt dann Stück für Stück an Größe zu. Dieses kann so groß werden, dass das ganze Gefäß komplett verschlossen ist. Manchmal schafft es auch das körpereigene Gerinnungssystem das Gerinnsel abzubauen und somit die Vene wieder durchgängig zu machen. Am häufigsten kommt die tiefe Beinvenenthrombose (Phlebothrombose) vor und betrifft meistens die Beinvenen. Zudem wird einmal zwischen der vergleichsweise harmlosen Unterschenkelthrombose und der gefährlichen Oberschenkelthrombose unterschieden. Selten treten auch mal Thrombosen in den oberen Extremitäten auf oder in den Organen.

Thrombose

Gerinnsel in einer Beinvene

Welche Symptome treten auf?

  • Schweregefühl und Schwellung des betroffenen Beines
  • Bläulich glänzende Haut und Überwärmung
  • Spannungsschmerz
  • Druckschmerz im Verlauf der betroffenen Vene
  • Schmerzen beim Gehen und Herabhängen lassen des Beines

In seltenen Fällen kann auch eine Lungenembolie als Symptom auftreten.

Man sollte auf jedenfall noch am selben Tag zum Arzt gehen und das untersuchen lassen. Wenn mit der Beinschwellung auch noch Atemnot auftritt, muss man sofort ins Krankenhaus gehen, da es zu einer gefährlichen Lungenembolie kommen kann.

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Thrombose. Eine davon ist ein verlangsamter Blutfluss bei z.B. Bettlägerigkeit oder nach einer Operation. Nach einer Verletzung der Gefäßinnenwand. Zudem kann diese Erkrankung durch Veränderungen im Blut hervorgerufen werden. Folgende Faktoren erhöhen die Thromboseneigung:

  • Langes, ununterbrochenes Sitzen
  • In der Schwangerschaft und im Wochenbett
  • Nach Operationen und bei Bettlägerigkeit
  • Bei geringer Flüssigkeitszufuhr über längere Zeit
  • Bei der Einnahme der Pille (vor allem in Verbindung mit Rauchen)
  • Starkem Übergewicht
  • Familiäre Vorbelastung
  • Bei Blutgerinnungsstörungen
  • Bei Krebs im fortgeschrittenen Stadium
  • Ausgeprägten Krampfadern und nach früheren Thrombosen

Der Arzt wird zuerst nach den Symptomen fragen. Allerdings ist das alleine nicht aussagekräftig genug. Dann wird Blut abgenommen und die D-Dimere bestimmt. Der Wert kann auf eine Thrombose hindeuten, da es ein Spaltprodukt des Fibrins ist und somit während der Entstehung und Auflösung eines Blutgerinnsels gebildet wird. Der Arzt wird dann eine Ultraschalluntersuchung durchführen, um genau sagen zu können, ob eine Thrombose vorliegt und wo diese liegt. Zudem kann noch eine Phlebografie gemacht werden. Dieses ist ein Untersuchungsverfahren indem man mit Hilfe von Kontrastmittel die Venen durch Röntgen darstellt. So kann man dann eventuelle Verschlüsse sehen.

Wenn der Doktor dann eine Thrombose diagnostiziert hat, dann wird er zuerst einen Kompressionsverband anlegen und dann Kompressionsstrümpfe verschreiben. Je nach Lage der Thrombose entweder bis zum Knie oder Oberschenkel. Dieser Verband erhöht die Blutströmungsgeschwindigkeit und senkt somit das Risiko einer Lungenembolie bzw. ein späteres postthrombotisches Syndrom (Hierzu später mehr). Zudem lindert die Kompression die Schmerzen im Bein und die Schwellung wird reduziert. Desweiteren verordnet der Arzt ein gerinnungshemmendes Medikament (meist Heparin). Dieses ist extrem wichtig, da dadurch das Blutgerinnsel aufgelöst wird und somit eine Embolie verhindert wird. Heparin wird dann hauptsächlich unter die Haut gespritzt. Später wird das Heparin durch ein anderes gerinnungshemmendes Medikament wie z.B. Marcumar® gewechselt. Dieses Mittel wird dann mindestens für ein halbes Jahr verschrieben. Nach dem halben Jahr wird dann neu entschieden, ob das Medikament abgesetzt werden kann oder es lebenslang weiter genommen werden muss.

Wie kann man eine Thrombose vorbeugen?

Es gibt einige Regeln, wie man eine Thrombose vorbeugen kann. Sehr wichtig ist Bewegung. Man sollte regelmäßig und so oft es geht Sport treiben. Dabei sind Laufen, Walken, Schwimmen und Radfahren besonders günstig. Zudem sollte man versuchen, sein Übergewicht zu reduzieren, da jedes Kilo mehr die Venen sowie das Herz-Kreislauf-System belastet. Dann gibt es noch den Merkspruch SSS-LLL. Dieser steht für Sitzen und Stehen ist schlecht-Lieber Liegen oder Laufen. Nach einer OP oder bei Bettlägerigkeit sollte man die Muskel-Venenpumpe aktivieren. Hierfür gibt es bestimmte Übungen. Bei der ersten Übung streckt bzw. beugt man die Zehen abwechselnd. Bei der zweiten Übung rollt man im Sitzen den Fuß von der Ferse bis zur Spitze. Diese beiden Übungen werden je 15 mal wiederholt.

Photo-Credits:
http://de.freeimages.com / Zsolt Dreher
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