Hämorrhoiden Untersuchung – Keine Angst vor dem Arzt!

Hämorrhoiden Untersuchung

Schamgefühl, Peinlichkeit, Blamage – das sind wohl die ersten drei Begriffe, die einem Erkrankten vor einem anstehenden Besuch bei einem Arzt wegen Hämorrhoiden einfallen. Doch, wenn die Schmerzen unerträglich werden, sollte man sich vor einem Arztbesuch nicht drücken, was auch nicht schlimm ist, denn die Gesundheit hat immer Vorrang und vor allem – die Untersuchung ist halb so tragisch!

Die Kontrolle fängt, wie gewöhnlich, mit einer Anamnese an. Hierfür müssen Sie einen Fragebogen ausfüllen zu Symptomen, Auffälligkeiten usw., dabei sollten Sie jedoch beachten, dass Sie diese auf jeden Fall ehrlich und wahrheitsgemäß beantworten sollten, d. h. nicht zu verschweigen, wie Sie bereits die Hämorrhoiden behandelt haben und welche Medikamente Sie eventuell bereits eingenommen haben. Je präziser Sie antworten, desto besser und schneller kann Sie der Arzt diagnostizieren!

Statistisch gesehen, leiden ca. genauso viele Frauen sowie Männer an Hämorrhoiden. Aber ein Arztbesuch ist den Männern deutlich unangenehmer, als dem Gegengeschlecht. Der Grund dafür liegt darin, dass Frauen an die gynäkologischen Untersuchungen gewöhnt sind und besser damit umgehen können. Die Untersuchung findet in einem ähnlichen Stuhl statt, damit der behandelnde Arzt die Hämorrhoiden besser beurteilen kann und Sie schmerzfrei davon kommen. Im Falle, dass es doch unangenehm wird, betäubt der Arzt die betroffene Stelle. Schließlich, wird er dazu ausgebildet, mit Ihnen möglichst schmerzfrei umzugehen, daher brauchen Sie keine Angst vor den Schmerzen zu haben.

Bei der ersten Untersuchung…

…wird der äußere Analbereich beobachtet. Hierfür müssen Sie wie bei einem Stuhlgang pressen, um mögliche Hautentzündungen, -ausschläge oder –einrisse feststellen zu können. Danach ertastet der Arzt den Analkanal, mithilfe von Gleitmittel und Zeigefinger. Dieses ist sehr wichtig, denn so verschafft er sich einen genaueren Eindruck und kann sogar die Funktionstätigkeit weiterer Organe ermitteln. Falls es Ihnen zu unangenehm wird, kann er Sie lokal betäuben mit einer Salbe. Hämorrhoiden der fortgeschrittenen Grade erkennt der Arzt sehr schnell und sicher, die des ersten Grades lassen sich schwerer erkennen, da sie eine sehr weiche Struktur haben.

Falls der Arzt Beschwerden im Bauch findet, werden weitere Untersuchungen bei einem Gastroenterologisten durchgeführt.

Somit brauchen Sie sich vor dem Hämorrhoiden-Check nicht fürchten und können es als eine Routinekontrolle betrachten.

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Hämorrhoiden

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Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden zählen zu den meistverbreitesten Krankheiten, die nach Meinung von Experten, vier von fünf Meschen in Europa im Laufe ihres Lebens treffen wird. Meistbetroffen sind Frauen in und nach der Schwangerschaft; Menschen, die viel Zeit in sitzender Position verbringen, sowie Personen, die sich von Fast Food ernähren. 

Hämorrhoiden treten auf, wenn sich die Venen, die sich unterhalb des Rektums befinden, sich zu sehr erweitern und sich so in Krampfadern verformen. Diese Erweiterungen können nicht nur unangenehm, sondern auch sehr schmerzhaft sein.

Die Venen erweitern sich im Kanal des Rektums und bilden innere Hämorrhoiden. Sie können sich auch von außen in der Nähe des Rektums bilden. Man kann auch beide zur gleichen Zeit haben, jedoch hängen die Symptome und die Behandlung von der Art der Hämorrhoiden ab.

Arten von Hämorrhoiden

Man unterscheidet drei Arten von Hämorrhoiden, die nach ihrer Lage im Rektum unterschieden werden:

Innere Hämorrhoiden: Wenn die betroffenen Venen sich im unteren Teil des Rektums befinden, vor dem Rektum selbst und ist mit Schleim belegt. Diese sind weniger schmerzhaft.

Äußere Hämorrhoiden: Wenn sie unterhalb des Rektums liegen. Diese sind schmerzhafter.

Gemischte Hämorrhoiden: diese betreffen beide Arten der Venen. Es sind die kompliziertesten und schmerzhaftesten.

Was sind die Ursachen und wie sehen die Symptome aus?

Hämorrhoiden sind die am häufigsten auftretende Krankheit der westlichen Welt, über die jedoch nicht gesprochen wird. Jeder von uns kann Hämorrhoiden haben. Die Ursachen sind bis Heute leider noch nicht ganz klar. Man kann dennoch die Symptome von dieser quälenden und unangenehmen Krankheit erkennen, um sie beseitigen zu können.

Jeder kann darunter leiden. Die Behauptung, dass sie nur bei älteren Menschen auftreten ist falsch, da die Warscheinlichkeit des Auftretens von Hämorrhoiden ab dem 30 Lebensjahr steigt. Es ist statistisch bewiesen, dass Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Jedoch leiden rund 50% der Schwangeren unter Hämorrhoiden.

Experten meinen, dass es einige Ursachen dieser Krankheit gibt. Durch Verstopfung, falsche Ernährung, Schwangerschaft, Krafttraining, zu wenig Trinken, langes Sitzen oder starkes Pressen beim Stuhlgang können Hämorrhoiden auftreten.

Im ersten Schritt müssen Sie wissen, dass Hämorrhoiden sich leider nicht immer vorbeugen lassen, da manche Betroffenen an einer angeborenen Schwäche des Bindegewebes leiden oder diese durch eine Schwangerschaft hervorgerufen wird. Die Bindegewebsschwäche begünstigt eher die Hämorrhoidenbildung und erschweren die Vorsorge.

Es ist wichtig die Symptome zu kennen, um sie so früh wie möglich beseitigen zu können. Typische Symptome sind Nässen, Juckreiz und Brennen im Analbereich. Die Symptome können je nach Stadium der Krankheit unterschieden werden.

Stufe 1: Schwellungen von inneren

Im inneren des Analkanals fängt das Gefäßpolster an sich zu vergrößern, was jedoch von außen nicht bemerkt werden kann. Die Betroffenen spüren keine Schmerzen. Ärzte können dennoch mit einem Afterspiegel die Vergrößerung erkennen. Die ersten Anzeichnungen von Hämorrhoiden sind geringe Mengen von Blut im Stuhl oder am Toilettenpapier. Wer frühzeitig reagiert kann sich leichter von den Hämorrhoiden trennen.

Stufe 2: Brennen und Juckreiz

Die Gefäßpolster dehnen sich weiter aus. Durch Pressen während des Stuhlgangs treten die Hämorrhoiden nach außen  hervor. Sie rutschen anschließend von selber wieder zurück. Nässen, Brennen, Juckreiz und leichte Blutungen beim Stuhlgang sind weitere Anzeichen. In dieser Stufe können die Hämorrhoiden noch mit Medikamenten behandelt werden.

Stufe 3: Schmerzen

Die Hämorrhoiden sind schon so groß, dass sie nach dem Stuhlgang nur noch manuell zurückgeschoben werden können. Blutungen, Juckreiz, Einklennmungen und starke Schmerzen sind die auftretenden Symptome.

Stufe 4: Deformierter Afterkanal

Die Vergrößerung der Hämorrhoiden ist so stark, dass die manuelle Rückschiebung nach dem Stuhlgang nicht mehr möglich ist. Die Hämorrhoiden befinden sich jetzt immer außerhalb des Analkanals. Ärtze bezeichnen dieses Stadium als Afterprolaps (Aftervorfall). Starke Schmerzen, Blutungen und stark ausgeprägte Knoten sind die Anzeichnungen.

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Die Hälfte der Frauen entwickeln in der Schwangerschaft Hämorrhoiden. Meistens sind diese nur in einer milden Form sprich Schwertgrad 1 oder 2. Das Risiko steigt je nach Alter der Frau und auch wenn man bereits schon Kinder hat. Bei Frauen die schon vor der Schwangerschaft Hämorrhoiden hatten, kommt es häufig zu eine Verschlechterung der Beschwerden. Die Ursache ist in einem der erhöhte Durch im Bauchraum, wodurch sich auch der Druck auf die Gefäße der Hämorrhoide Steigt und das Blut schlechter abfließt. Zudem ist der Blutfluss in der Schwangerschaft allgemein vermehrt, wodurch in den Venen sich mehr Blut staut und schlechter abfließen kann. So kann es auch zu einer Vergrößerung der Hämorrhoiden kommen. Nach der Schwangerschaft bzw. im Wochenbett kann man die Hämorrhoiden mit den unten aufgeführten Sachen behandeln. In den meisten Fällen bilden die Hämorrhoiden sich auch wieder zurück, sodass dann keine weitere Behandlung mehr notwendig ist.

Hämorrhoiden vorbeugen

Man kann Hämorrhoiden auf verschiedene Weisen vorbeugen. Das fängt beim Baden an und geht bis hin zur Ernährung und dem Vermeiden von Stress oder einer Änderung des Lebensstils.

Ernährung:Um sich optimal schützen zu können, müssen Sie Ihre Essgewohnheiten überdenken. Leider beinhaltet unsere Ernährung immer weniger natürliche Produkte und besteht immer mehr aus Fertiggerichten mit viel Zucker, Getränke mit Kohlensäure, Alkohol und Fastfood. Eine schlechte Ernährung kann Hämorrhoiden zur Folge haben. Eine ballaststoffreiche Ernährung ist daher sehr wichtig, da diese die Verdauung ankurbelt und Sie „Kontrolle“ über Ihren Stuhlgang erhalten. Ballaststoffe geben dem Stuhl Gewicht und Masse und machen damit die Ausscheidung einfacher. Eine Ernährung, die auf Hülsenfrüchten, Gemüse und Getreide beruht, bietet ein optimales Schmieröl für den Verdauungstrakt. Eine weitere gute Quelle von Ballaststoffen sind Leinensamen. Streuen sie diese über Ihr Frühstück und fügen Sie sie Ihrem Jogurt oder Orangensaft hinzu. Leinensamen beinhalten auch eine gute Dosis an Ölsäure. Desweiteren verstärken Sie diese Unterstützung durch eine hohe Flüssigkeitsaufnahme. Natürlich muss es sich hierbei nur um Wasser oder Tee handeln. Verzichte auf süße Erfrischungsgetränke und Fast Food, greife stattdessen zu Wasser und Vollkorn! 

Sporttreiben: Wie Sie bereits wissen, kommen Hämorrhoiden öfters bei Personen, die wenig physisch aktiv sind, z. B. durch arbeiten in einem Büro, vor. Sport ist daher sehr wichtig, der Kreislauf wird angekurbelt, das Immunsystem kräftigt sich und Sie fühlen sich besser. Wenn Sie keine Zeit zum aktiven Sport haben, nehmen Sie die Treppe anstatt die Rolltreppe oder fahren Sie auch mal mit dem Fahrrad ins Büro! Viel Bewegung regt zudem die Darmtätigkeit an, wodurch der Stuhlgang leichter fällt.

Stuhlgang: Das richtige Stuhlverhalten ist sehr wichtig, da durch falsche Maßnahmen bloß der Darm gereizt wird. Für einen optimalen und gut geformten Stuhl, sorgen Sie mithilfe der folgenden zwei Tipps. Wichtig ist auch, dass Sie keinen Druck auf den Darm ausüben und nicht pressen. Des Weiteren sollten Sie die Toilette aufsuchen, wenn Sie den Drang dazu verspüren. Das heißt u. a., dass Abführmittel, auch auf pflanzlicher Basis, ein absolutes No-Go sind! Führen Sie nach jedem Stuhlgang eine bestmögliche Analhygiene durch, d. h. benutzen Sie kein parfürmiertes Toilettenpapier. Am besten eignen sich feuchte Einmaltücher. Eine solide und sorgfältige Hygiene des Afters sollte in Ihrem Tagesablauf die größte Priorität haben. Das Tragen von Baumwollunterwäsche, sowie Vermeidung von duftendem und bedrucktem Toilettenpapier kann eine große Besserung bewirken. Sie sollten ebenso den Stuhlgang nicht verkneifen, da dieser dadurch verdickt und gehärtet wird, was die Hämorridenbildung begünstigt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten gegen ein Hämorrhoidenleiden. Welche Behandlung, die richtige ist, liegt von den Beschwerden bzw. den Schwertgrad der Hämorrhoiden ab. Als Basis sollte man aber einen weichen und geformten Stuhl anstreben, der ohne übermäßiges Pressen herauskommt.

Hausmittel: Es gibt zahlreiche Hausmittel, die bei Hämorrhoiden helfen. Ganz wichtig ist natürlich die gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und optimale Flüssigkeitszufuhr. Zusätzlich sollte man täglich ein bis zwei Esslöffel Weizenkleie oder Leinsamen zu sich nehmen. Sitzbäder mit entzündungshemmenden Gerbstoffen bringen auch eine schnelle Linderung. Hierfür benutzt man am besten Eichenrinden mit Zinnkraut gemischt. Es hilft gegen den Juckreiz und die Schmerzen, indem es das Entzündungsgeschehen im After stoppt. Zudem hilft die Wärme auch noch die Beschwerden zu lindern. Salben bzw. Kompressen mit Scharfgarbe und Ringelblume, tragen auch zu Hilfe bei. Um die Beschwerden beim Sitzen zu verbessern, lohnt es sich ein Hämorrhoiden-Kissen zu kaufen. So wird die Afterregion entlastet und die akuten Beschwerden verringert.

Medikamente: Um kurzfristige Beschwerden wie Juckreiz oder Schmerzen lindern zu können, kann man Salben, Creme´s oder Gel´s lokal anwenden. Zudem gibt es Zäpfchen bzw. Analtampons (mit Salben versehende Mulleinlagen), die den Wirkstoff direkt in den Aalkanal bringen. Diese Produkte besitzen meistens mehrere Wirkstoffe, die entzündungshemmend, abschwellend und schmerzstillend wirken. Zudem gibt es Mittel, die betäubend auf die Schleimhaut wirken, kühlen und geruchslinden sind.

operative Eingriffe: Bis zum Stadium 2 kann man die Hämorrhoiden ohne einen großen operativen Eingriff behandeln. Es gibt da verschiedene Möglichkeiten. Die Gummiband-Ligatur ist eine. Bei dieser Methode wird ein enges Gummiband an der unteren Basis der Hämorrhoide gelegt, wodurch die Durchblutung unterbrochen wird. Nach einigen Tagen fällt das Gummiband mit der Hämorrhoide zusammen ab. Ein ähnliches Prinzip ist die Verödung und Sklerosierung. Der einzige Unterschied ist, dass durch Einspritzung einer chemischen Lösung die Hämorrhoide schrumpft.

In Stadium 3 und 4 wird nahezu immer eine Operation notwendig. Hierbei gibt es auch wieder verschiedene Methoden mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen.

Bei der Hämorrhoidenektomie wird die Hämorrhoide mit samt der bedeckenden Schleimhaut weggeschnitten, sodass wieder ursprüngliche Verhältnisse geschaffen werden. Die Wunde wird entweder vernäht oder offen gelassen. Die Heilung dauert einige Wochen und ist oft mit Schmerzen verbunden. Zudem besteht die Gefahr einer Blutung und Wundinfektion.

Die Hämorrhoidenopexie ist ein relativ neues Verfahren. Hier werden die Hämorrhoidenknoten nicht weggeschnitten, sonder quasi “geliftet”. Dabei wird oberhalb des Schwellpolster ein Schleinhautring entfernt, womit man die Hämorrhoide wieder in ihre anatomisch korrekte Position zurückbringen zu können. Es gibt danach weniger Beschwerden, schnellere Wundheilung und die Patienten sind zufriedener. Allerdings kann es zu einen vermehrten Stuhlgang kommen, der Mastdarm kann sich verengen und die Hämorrhoiden kommen häufiger wieder.

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