Vegetarismus, der neue Trend

Lebensmittelskandale kann man fast täglich in den Nachrichten oder auf anderen Portalen finden. So ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen auf eine gesunde und vollwertige Ernährung achten. Der Vegetarismus ist mittlerweile zu einer Modeerscheinung geworden. Mit positiven Folgen für die Gesundheit und das Leben allgemein, wenn man es richtig macht.

Der Begriff Vegetarisch stammt vom lateinischen vegetare und bedeutet wachsen oder leben. Die vegetarische Ernährung ist sehr alt und in der Welt weit verbreitet. Der Vegetarismus entwickelte sich in Indien und unabhängig davon auch im antiken griechischen Mittelmeerraum. Die Grundlage war eine religiös-philosophische Bestrebung.

Der Buddhismus verbietet das Töten von Tieren und darf dieses auch nicht für den eigenen Fleischverzehr von anderen töten lassen. Allerdings dürfen sie Fleisch und Fisch essen, wenn diese ihm als Almosen angeboten wurden. Der erste Buddha (Siddharta Gotama) hatte dieses Gebot eigentlich nur auf sich selbst und seine Jünger bezogen. Im Laufe der Zeit, als nicht nur die Mönche sondern alle Menschen der Weg zur buddhistischen Erleuchtung offen stand, hat man diese Gebote (Ahimsa) ins tägliche Leben übernommen.

Im damaligen europäischen Raum vermutet man, dass der Grieche Pythagoras die vegetarische Ernährung im 6 Jahrhundert vor Christus eingeführt hat. Denn er sagte: „ Solange der Mensch Tiere schlachtet, werden die Menschen auch einander Töten…“ Die Pythagoreer verzichteten auf Eier und die üblichen rituellen Tieropfer.

Der moderne Vegetarismus entstand etwa vor 150 Jahren in Amerika und England. Ihnen ging es um eine ganzheitliche Lebensweise im Einklang mit der Natur. Dieses beinhaltete nicht nur die Ernährung, sondern auch alle anderen Lebensbereiche.
In London wurde 1801 der allererste Vegetarierverein gegründet und 1847 entstand dann die Vegetarian Society.
1867 wurde die erste vegetarische Vereinigung „Verein für natürliche Lebensweise“ in Deutschland gegründet. Der Gründer war der Pfarrer Eduard Balzten aus Nordhausen.
Hauptsächlich kommen nur pflanzliche Lebensmittel auf den Teller. Zudem werden nur tierische Produkte wie Milch, Eier und Honig zu sich genommen. Der Vegetarismus unterteilt sich in folgende Kategorien:
⁃ Ovo-Lakto-Vegetarier: Verzehren Lebensmittel von lebenden Tieren wie Milch, Milchprodukte und                   Eier.
⁃ Lakto-Vegetarier: Verzichten auf Eier aber nehmen Milch und Milchprodukte zu sich.
⁃ Ovo-Vegetarier: Essen keine Milch und Milchprodukte, jedoch Eier und Honig.
⁃ Veganer: Verzichten auf alle tierische Lebensmittel. Hierzu mehr in einen extra Beitrag.

Zudem gibt es noch die sogenannten Pudding-Vegetarier. Diese nehmen zwar kein Fleisch oder Fisch zu sich, jedoch ändern sie nichts an ihren oft einseitigen Ernährungsgewohnheiten. Diese Gruppe isst sehr viele Fertigprodukte und Süßigkeiten, sodass es zu einer erhöhten Kalorienaufnahme kommt. Durch diese einseitige Ernährung und die daraus resultierende schlechte Nährstoffzusammensetzung kann es zu Folgen für die Gesundheit wie Übergewicht kommen. Die Pudding-Vegetarier sind häufig unter den Jugendlichen anzutreffen.

Die Ovo-Lakto-Form gilt als eine vollwertige Mischkost, allerdings nur wenn man eine vielseitige Nahrungsmittelauswahl trifft. So kommt es eher selten zu Nährstoffdefiziten. Zudem wird die relativ energiereichen tierischen Lebensmittel durch größere Mengen nährstoffreicher Produkte ausgetauscht, wodurch die Versorgung mit Mikronährstoffen oft besser ist.
Bei Personengruppen mit erhöhten Nährstoffbedarf ( Kinder, Schwangere, Stillende) ist es besonders wichtig auf die Lebensmittelauswahl zu achten, da es sonst zu schwerwiegenden Folgen kommen kann. Hier ist es besonders wichtig sich gründlich zu informieren und gegebenenfalls auch den Arzt um Rat zu fragen.
Der Vegetarismus wird als eine ganzheitliche Lebensweise verstanden und es geht um ein höheres Gesundheitsbestreben bzw. ethische Ideale.
Es gibt viele weitere Gründe für Vegetarismus. Der häufigste Grund hierfür ist, dass man nicht will, dass die Tiere ihretwegen getötet werden und somit leiden müssen. Die Massentierhaltung bzw. Überfischung der Weltmeere ist ein weiteres Argument. Zudem ist die vegetarische Ernährung umweltverträglicher und benötigt weniger Ressourcen bzw. verursacht weniger Treibhausgase. Ganz oft spielt auch der gesundheitliche Aspekt eine Rolle, da heutzutage eine gesunde Ernährung einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft besitzt. Viele halten die vegetarische Ernährung generell für gesünder. Einige mögen auch den Geschmack oder die Konsistenz von Fleisch nicht. Zudem gibt es noch religiöse Gründe, da einigen Religionen eine vegetarische Ernährung zugrunde liegt. Hier ist die Motivation der Glaube an die Seelenwanderung.
Es gibt einige wichtige Kennzeichnungen für vegetarische Produkte. In Fertigprodukten und verarbeitete Nahrungsmittel kann es sein, dass Bestandteile wie Gelatine und Lab enthalten sind, daher gibt es die Kennzeichnung. Sehr bekannt ist das V-Label von der europäischen Vegetarier-Union. Dieses Symbol kennzeichnet vegetarische Produkte aber auch Dienstleistungen in Europa. Zudem gibt es noch das Lebel mit der Sonnenblume, die weltweit vegetarische aber auch vegane Lebensmittel kennzeichnet.

In Deutschland kann man sich bei verschiedenen Organisationen über dieses Thema informieren. Am besten ist hier der Vegetarierbund Deutschland (VEBU). Dieser veröffentlicht regelmäßig seine Zeitung mit aktuellen Informationen.
Allgemein ist es sehr wichtig sich ausreichend zu informieren bevor man auf eine vegetarische Ernährung umsteigt. Der Teufel liegt wie oft im Detail, man kann viele kleine Fehler machen, die dann zu einen Nährstoffdefizit führen können. Zudem sollte auf eine vollwertige und abwechslungsreiche Ernährung geachtet werden.

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